Von admin, am 10.06.11

Strukturgenetische Bedingungen digitaler Literalität

Der Startpunkt meiner Bachelorarbeit war der scheinbare Widerspruch zwischen zwei populären Aussagen über den Einfluss, den »neue Medien« auf Bildungschancen haben.

Die beiden »gängigen« Hypothesen sind:

Neue Medien eröffnen mehr Partizipation und Lernchancen; sie ermöglichen selbstorganisiertes Lernen, erleichtern den Zugriff auf Informationen und führen zu höherer (Bildungs-)Chancengerechtigkeit und Demokratisierung

oder

Neue Medien nutzen vor allem denjenigen, die bereits einen Bildungsvorsprung haben, sie verschärfen soziale Ungleichheit bis hin zur »digitalen Klassengesellschaft«, schließen ganze Kulturen von der Teilhabe an der Weltgesellschaft aus und vergrößern die (Bildungs-)Kluft noch[1].

In den nächsten Wochen werde ich Teile meiner Bachelorarbeit, spezifische Hypothesen, Analysen und sich daraus ergebende Fragen hier veröffentlichen und sie mit aktuellen interdisziplinären Studien und Diskussionen erweitern.
Zunächst daher hier das Inhaltsverzeichnis, um einen Überblick über die dort behandelten Aspekte zu geben:

1       Digitale Literalität und globale Entwicklungsprozesse: Wie aus Widersprüchen Potentiale werden können  1

2     Von Alphabetisierung über Literalität zu digitaler Literalität 4

3     Individuelle und gesellschaftliche Entwicklungsprozesse. 7

3.1        Lernende Individuen: Ontogenese und Psychogenese. 12

3.2      Homologiethese. 19

3.3      Lernende Gesellschaften: Soziogenese und Phylogenese. 20

4     Web 2.0 und Social Media: Neue Potentiale, neue Barrieren – Widerspruch oder Chance?. 24

4.1      Potentiale neuer Medien: Medien für Bildung / Bildung für Medien. 24

4.2      Betriebsblind? Differente gesellschaftliche Entwicklungsstufen benötigen differente Konzepte  31

4.2.1        Global ist relativ. 33

4.2.2      Ausbildung digitaler Literalität benötigt strukturgenetische Voraussetzungen. 39

5     Bildung als »Entwicklungs«hilfe. 42

5.1      Entwicklungsländer und Digitale Literalität: Zwei Welten – oder kompatible Modelle?  43

5.1.1      Eine »Bildung für alle« und sechs Ziele? Das EFA-Programm der UNESCO.. 46

5.1.2      Die besondere Bedeutung von Erwachsenenbildung für Strukturbildungsprozesse. 50

5.1.3      Bildung und Ökologie. 53

5.2      Die Projekte »One Laptop per Child« und »The Hole in the Wall«. 55

6     Digitale Literalität ist weder Garant noch Konzept für mehr Bildungsgerechtigkeit – aber neue Medien können wichtige und wirkungsvolle Werkzeuge dafür werden. 60

6.1      Dualismen erkennen, verstehen und überwinden. 63

6.2      Desiderat:  Vom »formal-operativen« zum »digital-operativen« Stadium?. 66


[1]„Die »Knowledge-Gap-Hypothese« beschreibt die Wissenskluft zwischen Menschen mit unterschiedlichem sozioökonomischem Status. Folgt man dieser Hypothese, so bedingt der Einzug von digitalen Arbeitsmitteln und Medien in unsere Lebenswelt einen stetig steigenden Informationsfluss, der die Wissenskluft zwischen Entwicklungs- und Industrienationen verbreitert anstatt sie zu schließen.“ (UNESCO 2008)

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